Examen – und alles klar?

Studium der Theologie, 1. Examen, Vikariat, 2. Examen – fertig? Der Pfarr-Alltag hielt dann doch noch jede Menge an Anforderungen bereit, auf die ich nicht vorbereitet war …
Eingangstür
Mein zweites theol. Examen habe ich als Gastvikar in der Badischen Landeskirche absolviert. Dieser Teil der Ausbildung sollte, nachdem das erste theol. Examen der Theorie geweiht gewesen war, der Praxis und der Verknüpfung von Theorie und Praxis gewidmet sein. Liturgie und Predigt, Seelsorge, Kirchenrecht, Pastoraltheolgie und vor allem Religionspädagogik.
Während ich als Westfale danach auf meine erste Stelle warten musste, hörte ich von meinen badischen Kollegen Merkwürdiges aus den sogenannten „Auswahlverfahren“ – einer Reihe von Aufgaben, deren Absolvierung die die Wartezeit auf die erste Stelle als Pfarrvikar verkürzten – oder eben auch nicht. Die erste Aufgabe habe aus einem „Postkorb“ bestanden, gefüllt mit den unterschiedlichsten Aufgaben – für einen Tag viel zu viel; und nun sollten sie das Ordnen, delegieren, verschieben … damit es eben in diesen einen fiktiven Tag passte. Diese Aufgabe fand ich völlig merkwürdig …
Wenig später, mittlerweile arbeitete ich im Schuldienst, traf ich eine ehemalige Kommilitonin, die ihre erste Pfarrstelle hatte. So richtig glücklich schien sie nicht zu sein – im Pfarramt könne man sich immer nur mit 70% zufrieden geben. Sie sehnte sich an die Uni zurück – als Dozentin hatte sie ihren Perfektionismus voll ausleben können. In der Mühle des Pfarralltags aber ging das nicht mehr …
Wenige Jahre später war ich nun selbst in den Pfarrberuf eingestiegen. Es war nicht nur die Vielfalt der Aufgaben, sondern auch viele Dinge, die für mich gänzlich neu waren – während meiner Ausbildung war z.B. nie die Rede davon gewesen, wie man sein Büro einrichtet oder eine Sitzung anständig vor- und nachbereitet.
Als ich dann auch noch Vater wurde, ver-x-fachte dies meine Zeitmanagementprobleme.
Erst als ich das Buch von David Allen „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ (engl. Original: Getting Things Done) las, wurde mir klar, was alles in meiner Ausbildung zum Pfarrer gefehlt hatte …

– Wem ging das auch so, kennt ähnliche Erfahrungen?
– Müsste unsere Ausbildung nicht durch das Fach “Arbeitsorganisation”, “Projektmanagement” o.ä. ergänzt werden?

 

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Jubiläum Brigitte Stirner

10 Jahre Villigst: Brigitte Stirner feierte mit der Gemeinde ihr zehnjähriges Dienstjubiläum

“Keine gute Idee, der Küsterin das Wochenende frei zu geben!” – Es ist Sonntagmorgens, kurz nach 10 Uhr. Gerade eben hatte ich mich noch am Weiß des frisch gefallenen Schnees erfreut, als mich dieser Satz meiner Frau aus den Träumen reißt und die Gedanken anfangen zu wirbeln: Au Backe, stimmt ja; Schnee = Hindernis auf dem Weg zur Kirche; der Gottesdienst fängt gleich an – und vor ein paar Wochen habe ich unserer Küsterin genau dieses Wochenende frei gegeben!
In Panik laufe ich in meine Garage, um mit Schneeschaufel und Besen den Weg frei zu machen – als ich abgehetzt bei der Kirche ankomme, stehe ich auf frisch geräumten und mit Sand bestreuten Pflastersteinen …

Brigitte Stirner – für mich war sie schon immer da, und das in mehrfacher Hinsicht:
(a) zeitlich: seit 2010 habe ich die Pfarrstelle in Schwerte inne, zu der die Villigster Kirche gehört – und da war Brigitte Stirner schon lange da.
(b) räumlich: sei es, dass es etwas für Gottesdienste vorzubereiten gibt; sei es, dass es überraschend geschneit oder gefroren hat – Brigitte Stirner war schon da.

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Tatsächlich ist unsere Küsterin seit 10 Jahren in Villigst – Grund genug, diese Frau, die im Hintergrund immer parat ist und dafür sorgt, dass alles läuft, einmal in den Vordergrund zu heben:
Im Gottesdienst am 2. Advent haben wir sie mit ihren Kindern nach vorne geholt, vor den Altar – musikalisch unterstützt durch die Orgelmusik von Frau Iris Broszeit. Ein paar Minuten ungewohntes Rampenlicht, die Laudatio von Herrn Ottfried Altfeld leuchtete einige sonst verborgener Winkel aus dem Leben Brigitte Stirners aus. Der Segen, den ich ihr und ihrer Familie im Anschluss zusprach, möge ihr weiterhin Kraft geben und ihre Familie schützen. Denn – so wie ein Engel selten allein kommt, so ist oft die gesamte Familie Stirner im Einsatz.
Im Anschluss an den Gottesdienst lud der Bezirksarbeitskreis zum Sekt ein.