Wer sich nicht kümmert – verkümmert!

Das heutige Treffen der Gesamtgruppe „Villigster Nachbarn“ verlief sehr produktiv.

Zunächst stellten die „Logo-Gruppe“ und die „Kümmerer-Gruppe“ ihre Diskussionsergebnisse vor.logo

Der sich anschließende Meinungsaustausch erbrachte folgende Zwischenergebnisse:

  • wir wollen keine Vereinsmeierei – die Nachbarschaftshilfen sollen sich auf privater Ebene entwickeln, eben ganz „normal“
  • entstehende Kümmerer-Kleingruppen könnten sich deshalb auch zum Erfahrungsaustausch im Garten/ im Wohnzimmer der jeweiligen Mitglieder treffen
  • Treffen der Großgruppe können natürlich nur in üppigeren Räumlichkeiten, wie z.B. dem Villigster ev. Gemeindehaus, statt finden
  • genau dort wollen wir auch hin einladen: zu einem Treffen all derer, die sich für das Kümmerer-Sein interessieren.

 

Was ist ein „Kümmerer“?

Verstanden habe ich aus unserer Diskussion darüber, dass ein Kümmerer sowohl konkret hilft als auch weiterleitet und vernetzt; ein Kümmerer kennt Hilfsstrukturen, wenn er an die Grenzen seiner eigenen Möglichkeiten stößt (für jeden sind die Grenzen unterschiedlich; Grenzen können ja nach eigenen (Zeit-)Ressourcen variieren); ein Kümmerer kann und muss daher auch „Nein“ sagen können!

 

Um einen Einladungsbrief zu entwerfen, in dem auch das neu entworfene Logo verwendet werden soll, trifft sich am 4. Juni eine Kleingruppe im Wohnzimmer. Der Entwurf soll dann an alle Mitglieder der Gruppe „Villigster Nachbarn“ verteilt werden, damit auch diejenigen einen Kommentar dazu abgeben können, die beim nächsten Treffen nicht dabei sein können – so wie ich 🙁

Die Gesamtgruppe trifft sich wieder am 25.6. im Nebenraum der ev. Kirche.

Die Klausurtagung

Nachbarschaft in Villigst: Die Umfrage im Sommer 2012

Nachbarn – wertvoller als Familie?!

Ergebnisse einer Umfrage in Villigst

Nachbarschaft – was ist das eigentlich? Wofür braucht man sowas überhaupt – ist man ohne nicht viel besser dran? Wir wollten es wissen!

Wir – das ist eine Gruppe Villigster Bürgerinnen und Bürger, die sich über diesen Stadtteil und seine Zukunft so ihre Gedanken machen.

Villigster Nachbarn-Anfang

Um die Meinung der Villigster Bevölkerung zu diesem Thema zu erfahren, wurde ein Fragebogen entwickelt und vor den Sommerferien von Konfirmandinnen und Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde an alle Haushalte verteilt. Das Echo auf die Befragung war durchweg positiv: Viele der TeilnehmerInnen an der Fragebogenaktion begrüßten die Initiative und betonten, wie wichtig eine gut funktionierende Nachbarschaft sei – das kennen sie aus eigener Erfahrung:

  • in manchen Straßenzügen sind seit vielen Jahren Nachbarschaften gewachsen
  • diese bestehen überwiegend aus älteren Menschen, die Kontakte pflegen und gegenseitige Hilfe in kleinen Dingen für selbstverständlich erachten
  • auch jüngere, später zugezogene Nachbarn hätten sich gut eingefügt und gehörten dazu.

Doch dies ist leider die Ausnahme, denn:

  • in Villigst ist der Generationen-Mix schlecht
  • die wenigen jungen Menschen, die es gibt, sind berufstätig und in dieser Lebensphase zu sehr mit sich selbst beschäftigt
  • aber auch viele der Älteren nutzen ihre (noch vorhandene) Mobilität dazu, um aus Villigst wegzufahren
  • außerdem fehlen Treffpunkten (Cafés, Gaststätten, Kioske) – Geschäfte verschwinden

Dabei ist eine gute Nachbarschaft nichts Unmögliches. Die meisten Befragten empfehlen dass,

  • der Kreis der Nachbarn nicht zu groß gefasst werden darf
  • ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz  wichtig ist
  • eine gute Nachbarschaft gepflegt werden muss

Eine lebendige Nachbarschaft gibt es eben nicht umsonst – dafür bekommt man aber auch eine Menge zurück:

  • sie beugt der Vereinsamung im Alter vor
  • sie trägt zum Wohlbefinden bei
  • sie ist hilfreich und beruhigend und bewirke insbesondere für ältere Menschen mehr Lebensqualität.

Zu wissen, dass man sich bei Bedarf auf die Hilfe der Nachbarn verlassen kann, gibt ein Gefühl von Sicherheit, wenn z.B. bei Urlaubsreisen ein Auge auf das eigene Haus geworfen wird oder konkrete Hilfe bei Krankheit geleistet wird. Nachbarn sind oft wichtiger als die weit entfernt lebende Verwandtschaft!

Vor allem auf das Miteinander der Generationen kommt es an. Deshalb wünschen sich die meisten der Befragten eine gut funktionierende Nachbarschaft, die – unorganisiert oder organisiert – , über die bisherigen Aktivitäten hinaus aktiv ist.

Damit dies auch nur in Ansätzen verwirklicht werden kann, braucht die bestehende Gruppe der noch 5 aktiven Initiatoren der Umfrage dringend Unterstützung!

Die Nachbarschaftsgruppe wird in naher Zukunft zu einem Treffen einladen, zu dem alle am Thema Interessierten herzlich eingeladen sind.