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Pfarr-Aszetik

Plädoyer für neues Ausbildungsmodul

Pfarr-Alltag ist … Alltag.

 

Spülmaschine
Im Pfarr-Alltag steht zunächst nicht die gute seelsorgliche Gesprächsführung oder der verantwortungsvoll vorbereitete Gottesdienst im Mittelpunkt – sondern zu allererst die Notwendigkeit für dies alles Zeit und Konzentration zu haben!


Oft habe ich von Kollegen gehört, dass akribisches Planen doch eh nichts bringe – da würde unserem Beruf die Flexibilität verloren gehen. Und eine Arbeitswoche könne bereits durch eine eingehende Trauerfeier durcheinander geworfen werden.
Natürlich stimmt das alles: Der Pfarr-Beruf erfordert Flexibilität in hohem Maße. Aber was ist die Alternative zum Planen, das das fokussierte Arbeiten erst möglich macht? Sicher gibt es Genies, die das berühmte Chaos einfach überblicken. Bis jetzt habe ich aber so ein Genie selten getroffen.
Mit den KollegInnen, die sich für solche Überflieger halten, ist eine richtige Zusammenarbeit kaum möglich, da diese sich auf Termine nicht mehr vorbereiteten und immer ganz spontan reagieren müssen – jegliche gemeinsame Vorbereitung muss dabei auf der Strecke blieben.

Meine These: Strukturen sind wichtig, um ein Mindestmaß an Verlässlichkeit garantieren zu können – sowohl sich selbst und dem eigenen Privatleben gegenüber als auch im Hinblick auf den Gemeindegliedern, KollegInnen und Mitarbeitern.
Grundlage dafür ist Ordnung – damit fängt alles an. Und wie beim Geschirrspülen oder dem Wohnungsputz hört damit alles auf.
Deshalb sollte arbeitsorganisatorisches Training in die Ausbildung zum Pfarrer/ zur Pfarrerin integriert werden, damit die berühmten Kernaufgaben des Pfarrberufs auch den Stellenwert erhalten können, den sie verdienen. Warum sollten wir denn so viel Zeit und Energie in Theorie und Praxis von Seelsorge und Predigtlehre stecken, wenn Besuche und eine verantwortungsvolle Gottesdienstvorbereitung vom Chaosstrudel der tagtäglichen Anforderungen aufgesaugt werden?

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Die dauernde Erreichbarkeit im Pfarrberuf – wie hältst du das aus?

Die dauernde Erreichbarkeit – wie hältst du das aus?

„Ihr Pfarrer seid ja nie erreichbar“, höre ich oft. Und ärgere mich darüber. Denn ich gehe davon aus, dass es sich keiner der KollegInnen so leicht macht und böswillig alle Anrufe auf seinen AB umleitet, den er einmal in der Woche abhört.

Wir alle versuchen unseren Weg zu finden zwischen der Erreichbarkeit, die zu unserem Beruf dazugehört, und der Verfügbarkeit, die wir leicht mit Erreichbarkeit verwechseln – aber dazu später.

Bild Erreichbarkeit

Im Pfarrberuf gibt es – grob betrachtet – zwei Typen:
(A) Der eine will dauernd erreichbar sein – weil der Pfarrer ja bekanntlich immer im Dienst ist und er die Gemeindeglieder nicht vor den Kopf stoßen will; außerdem leidet er oft unter dem schlechten Image, dass durch (B)-Typen entsteht:
(B) Der andere würgt die Erreichbarkeitskanäle bis zur Verstopfung ab, er möchte schlecht erreichbar sein, um sich, sein Privat- und Familienleben zu schützen.

Lange Zeit gehörte ich zur Kategorie (a) – weil ich Erreichbarkeit mit Verfügbarkeit verwechselte.

  1. Zu welchem Typ gehörst du – und warum?
  2. Welche Erfahrungen hast du mit (B)-Typen gemacht?
  3. Wie balancierst du auf dem schmalen Grad zwischen totaler Erreichbarkeit und der Maulwurfstaktik?

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INBOX ZERO

email – fertig – los!

Ab in den email-Modus

INBOX ZERO

Die Situation

Ich habe am späten Vormittag einmal meine emails gecheckt – nur für den Fall, dass doch jemand meint, dass emails für den schnellen Informationsaustausch geeignet sind. Jetzt ist es später Abend. Das Tagwerk ist getan – JETZT ist es Zeit die e-Post zu beantworten!

Ich schalte in den email-Modus: INBOX ZERO

In der nächsten Stunde werde ich nichts anderes tun als emails bearbeiten. Mein Ziel: Den Posteingang auf NULL bringen!

1. Regel: Der Reihe nach

Ich überfliege nicht die einzelnen emails, gehe nicht nach Belieben vor, sondern von oben nach unten – jede mail einzeln und für sich.

2. Regel: Entscheidung – 2 Minuten pro mail

  1. Ist es Spam? Dann ab in den Spam-Ordner damit!
  2. Ist es Müll der email-Art? Ab in den Trash damit!
  3. Ist es eine Info-Mail, ein newsfeed oder dergleichen? Die sollten normalerweise durch entsprechende Filter gar nicht erst hier landen! Lesen kann ich diese Informationen später, da brennt nichts an. Arbeite ich mit einem email-Ordner-System, verschiebe ich die mail in den Ordner “Lesestoff”. Ich bevorzuge EVERNOTE, dorthin leite ich mails dieser Art weiter und beschäftige mich mit dieser Art von Informationen, wenn Zeit dafür ist – im Wartezimmer beim Arzt, auf einer Zugfahrt, …
  4. Kann ich eine email sofort, d.h. innerhalb von zwei Minuten beantworten, dann tue ich das jetzt. Dazu fasse ich mich kurz – ich schreibe keine Romane.
  5. Oder ich leite weiter/ deligiere: Eine Taufanfrage – und die mütterliche Autorin der mail wohnt gar nicht in meinem Seelsorgebezirk? Weiterleitung an den zuständigen Kollegen – das ist nicht mein Projekt!

3. Wenn es länger dauert … ab ins System!

Für mails, die mehr Zeit benötigen und/oder mit meinen Projekten zu tun haben, treffe ich jetzt die Entscheidung nach den Kriterien:

Gehört die mail zu einem bestehenden Projekt von mir oder muss ich diese Aufgabe deligieren?

1. Die email betrifft mich direkt und gehört inhaltlich zu einem bestehenden Projekt:
Ich leite sie in mein System um, betitel sie mit der Aufgabe, die sich für mich aus ihr ergibt, füge Kontext und evtl. das Datum an, an dem die Sache spätestens erledigt werden muss.

2. Die email betrifft mich direkt, hat aber mit keinem bestehendem Projekt etwas zu tun:
Ich leite sie in mein GTD-System um und eröffne mit ihr ein neues Projekt. Alternative: Ich leite sie nach Evernote um und verwende sie als Referenzmaterial, aus dem ich dann das Projekt sowie die dazugehörigen Aufgaben generiere.

3. Die mail betrifft eines meiner Projekte, ich kann aber nichts tun:
Weiterleitung bzw. neue mail an die zuständige Person – mit “bcc”-Kopie an mein GTD-System.

Dort wird meine Anfrage unter dem entsprechenden Projekt mit dem Kontext “warten auf” + “Name des Deligierten” hinterlegt, damit ich den Überblick behalte. Spätestens bei der wöchentlichen Durchsicht wird mir diese Anfrage wieder vorliegen und ich kann bei Bedarf nachhaken.

 

INBOX Zero

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email

INBOX – emails

emails beherrschen – Leben gewinnen

email

Emails, emails, emails – sie überfluten uns und kosten bei falschem Umgang mit ihnen Lebenszeit!

Gemerkt hatte ich schon länger, dass irgendetwas nicht stimmte – mit der Nutzung von smartphones begann ich emails wie sms-Nachrichten zu behandeln: Ein Grundfehler!

Ein Satz zu Beginn des lesenswerten Buches von Klaus Raab “Wir sind online – wo seid ihr?” lies mich aufhorchen: emails – das Rohrpost-System der modernen Kommunikation, da keine Kommunikation in Echtzeit … da hatte ich emails doch wahrhaftig völlig falsch eingeschätzt!

Merke: Emails sind, wenn schnelle Kommunikation nötig ist, ungeeignet!.

Mittlerweile hat David Sparks in seinem field guide “EMAIL ” ALLES zum Thema “Umgehen mit email” geschrieben.

Aber LESEN ist etwas anderes als es auch TUN, alte Gewohnheiten wirklich ablegen:

Das email-Experiment

Email heißt nicht umsonst email – es ist wie ein Brief, der nur in elektronischer Form übermittelt wird. Deshalb gelten für den Umgang mit emails ähnliche Regeln wie für den Umgang mit Post:

  • niemand rennt am Tag ständig zum Briefkasten

  • mein Fach im Gemeindebüro leere ich auch nicht täglich – ist etwas wirklich dringend, erfahre ich es auf anderen Wegen, die direkt und in Echtzeit funktionieren, wie das gute alte Telefonat oder durch Kurznachrichten

schalten Sie alle push-Benachrichtungen aus!

  • emails werden schneller zugestellt als Postbriefe

Checken der emails 2–3 Mal am Tag sollte aber völlig ausreichen

Mein Selbstversuch: Ich checke zur Zeit meine mails einmal im Vormittagsbereich (ca. 10.00) und einmal abends (22.00)

Probieren Sie es aus!

Wer konsequent diese wenigen Regeln umsetzt, wird sich konzentrierter seinen emails widmen können – und zwar genau dann, wenn dafür Zeit ist!

Aber wie?

Damit das Experiment gelingt, muss ich nun auch einen Weg zeigen, wie der sich dann höher ansammelnde email-Berg am Ende des Tages abgearbeitet werden kann … dazu mehr im nächsten Beitrag.

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Die Gedanken sind frei … wie fange ich sie ein?

Die Gedanken sind frei … wie fange ich sie ein?

Gedanken

Unser Gedächtnis – unsere INBOX

Wer schon einmal meditiert hat, weiß es: Gedanken kommen und gehen – wie bereits Freud festgestellt hat, sind wir nicht Herr im eigenen Haus!
Zusätzlich zu diesem “kosmischen Jazz” müssen wir noch viele Dinge im Kopf behalten. Je mehr Gedanken uns besetzen, desto weniger können wir kreativ und schöpferisch sein – Eigenschaften, die für den Pfarrberuf unabdingbar sind.
Wir müssen lernen, mit unseren Gedanken umzugehen, damit wir für den Heiligen Geist Raum schaffen können!

Wer kennt’s?

  • kurz vor dem Gottesdienst werde ich gefragt, ob ich nicht in der kommenden Woche Gemeindeglied XY besuchen könnte – beim Versuch mir das gedanklich einzuprägen, vermassle ich den Begrüßungsteil des Gottesdienstes …
  • als ich am Morgen meine Tochter in den Kindergarten bringe, hängen viele neue Informationen am schwarzen Brett aus, die ich mir merken muss – ich muss mich aber beeilen, da der nächste Besprechungstermin vor der Tür steht …
  • ich will mich auf das Schreiben der Predigt konzentrieren, und werde immer wieder abgelenkt von Gedanken, die mich an wichtige oder vermeindlich wichtige Dinge erinnern, die dringlicher scheinen …

Die Gedanken sind frei – und machen uns unfrei

Die Gedanken sind frei und machen mit meinem Geist, was sie wollen.
Die Informationen, die mir im Vorbeigehen zugesteckt werden, sie beschäftigen mich und behindern, dass ich mich auf meine eigentliche Aufgabe, diesem Gespräch oder der Autofahrt voll zuwenden kann.
Die christliche Tradition kennt die “Unterscheidung der Geister”: Nicht jeder Gedanke ist wichtig oder ist gar inspiriert – manche aber schon.
– Aber wie kann ich Ordnung in meine Gedanken bekommen?
– Oder besser: Die Gedanken zunächst aus meinem Kopf bekommen, wo sie wichtige Ressourcen besetzt halten?
Anschauen und unterscheiden kann ich sie dann später – nicht jetzt. Dann, wenn ich Zeit dafür habe und ihnen gerecht werden kann, werde ich mich ihnen widmen!

Den eigenen Geist klären

Erinnern wir uns: Wie ist Gott da vorgegangen?
Er hat Ordnung geschaffen durch Listen, durch das Definieren von Bereichen, in die er dann alles, was er vorfand, einordnete.
Mit den Gedanken können wir genauso umgehen:
– Aufschreiben, um das, was mich umtreibt, vor mich zu bringen, es begreifbar, anschaulich zu machen – und dann die Predigt weiter schreiben
– wichtige Aushänge kann ich erst einmal mit dem smartphone abfotographieren – und mich dann auf den Weg zum nächsten Termin machen
– Informationen, die mir Gemeindeglieder noch vor dem Gottesdienst oder an der Kirchentür beim Hinausgehen, zukommen lassen, kann ich ebenso mit tools meines smartphones erst einmal festhalten oder mir eine Notiz auf einen Zettel schreiben
– einer meiner Kollegen ruft sich selbst zu Hause an und spricht das, was er auf keinen Fall vergessen möchte, auf seinen eigenen Anrufbeantworter

Übung

  • Setz dich hin ung schreibe alles auf, was dir durch den Kopf geht. Gedanke unter Gedanke, Idee unter Idee, ohne Wertung oder Vorsortierung
  • Lass das zu einer festen Routine werden, vielleicht nach jeder Sitzung, auf jeden Fall am Ende des Tages.

Den Kopf frei kriegen – Anfängergeist

Erst wenn alles einem sicheren System anvertraut ist, wird der Kopf für das Eigentliche frei – nämlich für das Einfließen des Heiligen Geistes.
Nur wenn wir frei werden und Balast los werden, können wir neu gefüllt werden.
Diese Offenheit für Gottes Wirken wird dir helfen bei dem, was du eigentlich tun wolltest:
– die Predigt schreiben
– diesem Menschen wirklich zuhören
– mit deinem Kind spielen
– oder deine Gedanken unterscheiden – dazu mehr später in diesem blog über das Durcharbeiten der INBOX!

 

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Die INBOX überblicken

Die INBOX

Für Gott ist die ganze Welt seine INBOX – das muss bis zum großen Reinemachen am Weltende eine Sisiphos-Arbeit bleiben. Zum Glück ist ein/e PfarrerIn nicht Gott – das macht vieles leichter! Wir haben die Möglichkeit, den Informationsfluss zu begrenzen, ihn zu kanalisieren.
Inboxes
Informationen stürmen tagtäglich auf uns ein, quillen durch unseren Briefkasten in unsere Wohnung, dem Fach im Gemeindebüro und mehr und mehr auch durch die Kanäle moderner Kommunikation. Bei evangelischen PfarrerInnen kommt da noch der Ehepartner dazu und die Kinder …

  • Ich komme nach Hause von einem Traugespräch – den Kopf voller Informationen
  • der Zwischenstopp im Gemeindebüro führte zu einem Rucksack voller Briefe und Zettel
  • der Eingangskorb meines Schreibtisches quillt über … war da etwas Wichtiges dazwischen?
  • und dann stolpere ich beim Reinkommen über die Post, die sich in meinen Eingangsflur ergießt
  • unnötig den Haufen von emails zu erwähnen, die stetig in meine Accounts wandern
  • ach, und dann gibt es ja noch den GroupWise-Account, zu dessen Benutzung meine Kollegen und ich dienstverpflichtet worden sind
  • während ich auf dem Weg in die Küche eine Kurz-Nachricht beantworte,
  • bemerke ich einen Zettel, den meine Frau an den Kühlschrank geheftet hat

Informationen kanalisieren – handlungsfähig bleiben!

Meine Arbeit als Pfarrer und meinen Aufgaben als Familienvater kann ich nicht tun, wenn ich die ganze Zeit von Informationen überschüttet werde – das macht mich zu einem Opfer des Informationszeitalters!
Ich will aber im Meer der Informationen schwimmen und nicht untergehen.
Es gilt den Informationsfluss zu nutzen, damit er mich nicht beherrscht und handlungsunfähig macht.

Daher gelten die goldenen Regeln:
1. So viele INBOXES wie NÖTIG – nicht mehr.
2. Jede INBOX mit der Regelmäßigkeit entleeren, gemäß der Beschaffenheit der Informationen, die sie sammelt.
Beispiel: Mit den Gedanken in meinem Kopf sollte ich anders umgehen als mit Kurznachrichten oder emails.

In den nächsten Beiträgen werde ich die wichtigsten INBOXES gemäß der Art ihrer Inhalte betrachten:
– unseren Kopf: Gedanken
email-accounts: digitale Post
Gemeindebüro + Briefkasten: Papier
Telefon + soziale Netze: Nachrichten in Echtzeit

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Am Anfang war … die INBOX

Das Familien- und Pfarr-Berufsleben in den Griff kriegen – aber wie? Haben wir Pfarrer ein Problem, lesen wir in der Bibel. Das ist ja bekannt. Höret nun die Lesung zum Thema – frei nach 1. Mose 1f.:

Schöpfung
Schöpfung – Ordnung – GettingThingsDone (c)
Gott-Vater war früher nicht der Ordentlichste. Wobei – was heißt früher, schließlich rede ich hier über einen Abschnitt der Weltgeschichte, zu der es noch gar keine Zeit und demnach auch keine Geschichte gab. Eben damals, vor allem Anfang – als das sprichwörtlich gewordene Tohuwabohu herrschte, wie heute noch auf den meisten Schreibtischen und Computer-Desktops.
Aber ich schweife ab – und im Abschweifen liegt vielleicht der Hund bzw. das Chaos begraben, das Gott auf einmal anödet. Er hat nie ein Packende bekommen, immer war etwas anderes wichtiger, und irgendwann hat er sich an die Unordnung gewöhnt.
Vielleicht war es nach einem Urlaub (wohin?), als er einen frischen Blick auf seine Lebensumstände warf und feststellte: so kann es nicht weiter gehen. Ich muss in meinem Leben etwas ändern.
“Tja”, meinte der Heilige Geist, der lange genug über der Urflut geschwebt hatte, “das sage ich dir doch schon sooo lange.” – “Aber wie soll ich aus dem Schlamasl wieder raus kommen?”
Gott-Vater braucht dringend eine Vision! “Aber nicht ohne mich”, meint Gott-Sohn nur dazu.
“Ok, ok”, meint Gott-Vater, “bevor ich loslege, muss ich also wissen, wohin die Reise gehen soll.” Und da Gott immer schon eine Schwäche hatte für alles, was wächst, stellte er sich einen blühenden Garten vor – wie im Paradies, hätte er fast gesagt, wenn es das schon gegeben hätte. “Ja, Papa, etwas, das du dann mal an mich vererben kannst!”
Gott konzentriert sich und stellt sich vor, wie es sein würde, wenn …
“Siehst du es deutlich vor dir? Dann weißt du jetzt auch, was du brauchst, damit es wahr wird”, flüstert der Heilige Geist ihm ins Ohr.
Und das weiß Gott nun tatsächlich – nun kann er loslegen. Und Gott sprach: “Ich nenne die Welt INBOX!”
“Also”, spricht Gott, “all das Zeug, das sich hier aufgetürmt hat, muss ich erstmal sortieren, vielleicht finde ich ja Dinge, die ich brauchen kann. Den Rest schmeiße ich weg.” Aber dann fand er doch noch einiges, das zum Wegschmeißen zu schade war, und er erfand ein Archiv, in dem er all das ablegte, was er jetzt nicht verwenden konnte. Aber vielleicht später. Wieder anderes deligierte er an seinen Sohn. Leider wanderte auch einiges unter den Teppich – alte Gewohnheit …
Aber der Reihe nach:
In eins, zwei, … sechs Tagen erschafft Gott seinen Paradies-Garten – incl. Gärtner Adam.
Und da er sich angewöhnt hat, nach jedem Abschnitt eine Daily review zu machen, erfindet er dafür einen ganzen Tag am Ende seines Projekts, die weekly review.
“Papa, wie soll es denn jetzt weiter gehen” – “Warts ab, Sohn, das merkst du schon noch!”

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Examen – und alles klar?

Studium der Theologie, 1. Examen, Vikariat, 2. Examen – fertig? Der Pfarr-Alltag hielt dann doch noch jede Menge an Anforderungen bereit, auf die ich nicht vorbereitet war …
Eingangstür
Mein zweites theol. Examen habe ich als Gastvikar in der Badischen Landeskirche absolviert. Dieser Teil der Ausbildung sollte, nachdem das erste theol. Examen der Theorie geweiht gewesen war, der Praxis und der Verknüpfung von Theorie und Praxis gewidmet sein. Liturgie und Predigt, Seelsorge, Kirchenrecht, Pastoraltheolgie und vor allem Religionspädagogik.
Während ich als Westfale danach auf meine erste Stelle warten musste, hörte ich von meinen badischen Kollegen Merkwürdiges aus den sogenannten „Auswahlverfahren“ – einer Reihe von Aufgaben, deren Absolvierung die die Wartezeit auf die erste Stelle als Pfarrvikar verkürzten – oder eben auch nicht. Die erste Aufgabe habe aus einem „Postkorb“ bestanden, gefüllt mit den unterschiedlichsten Aufgaben – für einen Tag viel zu viel; und nun sollten sie das Ordnen, delegieren, verschieben … damit es eben in diesen einen fiktiven Tag passte. Diese Aufgabe fand ich völlig merkwürdig …
Wenig später, mittlerweile arbeitete ich im Schuldienst, traf ich eine ehemalige Kommilitonin, die ihre erste Pfarrstelle hatte. So richtig glücklich schien sie nicht zu sein – im Pfarramt könne man sich immer nur mit 70% zufrieden geben. Sie sehnte sich an die Uni zurück – als Dozentin hatte sie ihren Perfektionismus voll ausleben können. In der Mühle des Pfarralltags aber ging das nicht mehr …
Wenige Jahre später war ich nun selbst in den Pfarrberuf eingestiegen. Es war nicht nur die Vielfalt der Aufgaben, sondern auch viele Dinge, die für mich gänzlich neu waren – während meiner Ausbildung war z.B. nie die Rede davon gewesen, wie man sein Büro einrichtet oder eine Sitzung anständig vor- und nachbereitet.
Als ich dann auch noch Vater wurde, ver-x-fachte dies meine Zeitmanagementprobleme.
Erst als ich das Buch von David Allen „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ (engl. Original: Getting Things Done) las, wurde mir klar, was alles in meiner Ausbildung zum Pfarrer gefehlt hatte …

– Wem ging das auch so, kennt ähnliche Erfahrungen?
– Müsste unsere Ausbildung nicht durch das Fach “Arbeitsorganisation”, “Projektmanagement” o.ä. ergänzt werden?

 

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