Mein (Rück-)Weg zum Leser

Schlechte Angewohnheiten – los werden

Ich habe schon als Kind viel gelesen – meistens mehrere Bücher im selben Zeitraum. Oder Bücher, über die ich mich sehr gefreut habe, gleich mehrfach hintereinander.
Alles änderte sich als ich Papa wurde: Der Stapel der ungelesenen Bücher wurde immer höher – ich hörte langsam aber sicher auf ein Leser zu sein. Gleichzeitig entwickelte ich schlechte Angewohnheiten: Damals begann das Internet mehr und mehr Einzug ins Leben zu erhalten – das Lesen von E-Mails und das Surfen auf Social-Media-Plattformen nahm gleichzeitig zu.
Irgendwann hatte ich davon genug, die todo-Listen anderer zu meiner Priorität zu machen – und ich schränkte die E-Mail-Zeiten radikal ein. Aber dadurch wurde ich nicht automatisch wieder zu einem Leser.
Ich probierte iBooks aus – und stellte fest, dass ich, sobald die App geschlossen war, die gekauften Bücher vergaß und zufällig beim nächsten Öffnen wiederfand. Also kehrte ich zu Büchern aus Papier zurück – aufgrund der fest definierten Seitengröße konnte ich mir auch wieder besser merken, was ich wo und auf welcher Seite gelesen hatte. Überhaupt hatte die zumindest teilweise Rückkehr zu Papier auf mich eine fokussierende Wirkung.

Gute Angewohnheiten entwickeln: Wieder zum Leser werden

Eines meiner Jahresziele 2020 ist es wieder zum Leser zu werden. Einen hilfreichen Weg dazu bietet das Buch „Atomic Habits“ von James Clear – wollte ich eigentlich schon 2019 gelesen haben.
James Clear empfiehlt vier Strategien, um positive Angewohnheiten zu entwickeln – so setze ich sie um auf meinem Weg zurück zum Leser:

Make It Obvious

Lesen muss zurück ins Zentrum meines Lebens. Meine Erfahrungen zeigten bereits, dass „echte“ Bücher zu kaufen sich hilfreich auf mein Leseverhalten auswirkt – denn sie stehen sichtbar und physikalisch im Regal. Also habe ich erst einmal eine Leseliste erstellt – und zwar ganz physisch als Buchreihe im Regal – hier die wichtigsten Titel:

Meine Leseliste 20201

Make It Attractive

Situationen laden ein – auch zum Lesen.
– Es muss nicht immer Musik oder ein podcast sein: Die Bücher, die es auch als Hörbuch gibt, kann ich auch beim Autofahren hören. Oder wenn ich ins Fitnessstudio gehe. Englisch ist nicht meine Muttersprache: Ich nutze das Medium Hörbuch um die Kapitel nach- oder vorzuhören und so tiefer in die englische Sprache einzusteigen.
– Außerdem ist es für mich interessant, Impulse aus dem Gelesenen auf meinem Blog mit anderen Lesenden zu teilen.

Make It Easy

Der Griff zum Buch muss leicht sein:
– Als Kind hatte ich Bücher auf dem Nachtisch liegen – da lege ich das aktuelle Buch auch jetzt hin. Denn letztendlich ist das die letzte Gelegenheit am Tag – und auf den Nachtisch schaue ich immer!
– Fürs Wohnzimmer habe ich mir einen Sessel gekauft, der fürs Bücherlesen da ist.
Außerdem habe ich – wie bereits erwähnt – eine Hörbuchversion immer dabei auf meinem Smartphone.

Make It Safisfying

Ich habe einen Habit Tracker im Bullet Journal angelegt, um mein tägliches Lesen zu dokumentieren. Außerdem habe ich dort eine „Leseliste 2020“ angelegt, in der ich meine großen Fortschritte festhalte – wieder ein Buch zu Ende gelesen!
Außerdem stelle ich die gelesene Bücher sichtbar auf – und zwar an einem anderen Ort als die noch zu Lesenden.

Fazit: Läuft

Wir haben nun März 2020. Sicher werde ich noch mehr Gelegenheiten zum Lesen haben, da uns der Corona-Virus so sehr auf die eigene Häuslichkeit zurück geworfen hat. Aber auch schon zu Beginn des dritten Monats in diesem Jahr ist die Zahl der bereits gelesenen Bücher groß. Fürs Jahr vorgenommen hatte ich mir 15 Stück – und nun habe ich schon 5 durchgelesen 🙂


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